Amazon enttäuscht - Wachstum ist Jeff Bezos wichtiger als Gewinn
Baader Markets TV: Im vierten Quartal hat sich der Wachstumsdrang von Amazon-Chef Jeff Bezos gerächt. Er stellt das Wachstum über die Margen. Problem: Die Umsätze blieben im Q4 hinter den Erwartungen zurück. Die Anleger reagieren enttäuscht. Auch weil man nicht ausschließen kann, dass Amazon jetzt im 1. Quartal sogar einen Verlust einfahren könnte. Roland Hirschmüller, Chefaktienhändler der Baader Bank über Amazon, den US-Markt und den möglichen Börsengang von Facebook.
Der Onlinehändler Amazon fährt weiter auf Expansionskurs und nimmt dafür auch Gewinneinbußen in Kauf. Zwar fiel der Verlust nicht so dramatisch aus wie im Vorfeld erwartet. Der Umsatz blieb jedoch deutlich hinter den Schätzungen zurück. Investoren reagierten enttäuscht: Die Aktie brach im nachbörslichen Handel um knapp 9Prozent ein. Im Schlussquartal 2011 wuchs der Umsatz zwar um gut ein Drittel auf 17,4 Milliarden Dollar. Der Überschuss schrumpfte jedoch auf weniger als die Hälfte. Insgesamt verblieben 177 Millionen Dollar, oder 0,38 Dollar je Aktie. Ein Jahr zuvor waren es in der Zeit des so wichtigen Weihnachtsgeschäfts 416 Millionen gewesen. Das Management unter Führung von Jeff Bezos hatte schon im Vorfeld gewarnt, dass die Investitionen für den Tablet-Computer Kindle Fire oder 17 neue Versandzentren die Profitabilität beeinträchtigen könnten. Allein die operativen Kosten sind im vierten Quartal um rund 4,7 Milliarden in die Höhe geschossen. Mittlerweile arbeiten mit über 56.000 Menschen fast zwei Drittel mehr für das Unternehmen als ein Jahr zuvor. Die Analysten waren dementsprechend auf Gewinnrückgänge eingestellt und hatten mit 0,17 Dollar Gewinn je Aktie sogar Schlimmeres befürchtet. Ihnen stieß deshalb vor allem auf, dass der Konzern die Umsatzhoffnungen nicht erfüllt hat. Hier hatten die professionellen Marktbeobachter mit 18,25 Milliarden Dollar gerechnet.
Redakteur: Marco Uome
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