Banken im Umbruch: Finanzindustrie bleibt eine Dauerbaustelle
Nach Ansicht von Hermann-Josef Knipper, Handelsblatt, bleibt die Finanzindustrie auch zwei Jahre nach der Lehman-Pleite eine "Dauerbaustelle". In der Sendung Börsenplatz 5 beklagte Knipper, daß dabei gerade Deutschland eines der am wenigsten wettbewerbsfähigen Bankensysteme der westlichen Welt hat.
Knipper: "Kleinere Länder wie Italien, Spanien und die Niederlande haben mehr international operierende Banken zu bieten als Deutschland." Allein die Deutsche Bank, so Knipper weiter, sei auf globaler Ebene eine Hausnummer, so wie es Siemens, BASF oder Metro und viele andere deutsche Konzerne in ihren Branchen sind. Dies sei ein für die Gesamtwirtschaft ungesundes Phänomen, welches nicht neu ist, sich aber im Zuge der Finanzkrise weiter zugespitzt habe. Es bleibe noch eine Menge zu tuen. Ein Beispiel: Das Dauerthema der Konsolidierung der Landesbanken. Knipper erwartet hier aber keine weitere Konsolidierung: "Es fehlt hier einfach das Vertrauen, zu viele Institute haben noch Leichen im Keller." Heinrich Haasis, Präsident des DSGV, sehe sich , so Knipper, zwar gerne als Vorsteher einer globalen Gruppe, doch habe er als Verbandschef in dieser Hinsicht wenig Durchsetzungsmöglichkeiten, da jedes Haus seine eigene Politik betreibe.
Hermann-Josef Knipper ist Co-Moderator der 15. Handelsblatt Jahrestagung "Banken im Umbruch" am 8. und 9. September in Frankfurt. Das DAF wird die Veranstaltung als TV-Medienpartner begleiten und von vor Ort berichten.
Redakteur: Andreas Scholz
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