Bankenexperte Prof. Gerke: "Weg ist der richtige"
Die Bankenaufsicht hat die Ergebnisse des jüngsten Stresstests bekannt gegeben. Ein Test, der durchaus ernst zu nehmen ist. Meint Prof. Wolfgang Gerke vom Bayerischen Finanz Zentrum. Für die deutschen Banken habe der Test allerdings keine gute Botschaft gebracht, so Gerke. Trotzdem sei man auf dem richtigen Weg. "Eine Bank, die weniger riskant ist, ist keine schlechtere Bank", so die Einschätzung des Experten gegenüber dem DAF.
Um für künftige Krisen gewappnet zu sein, müssen sich viele Großbanken in Europa frische Milliarden besorgen. Das ist das Ergebnis des jüngsten Stresstests der Europäischen Bankenaufsicht EBA, der am Donnerstagabend veröffentlicht wurde. Demnach brauchen 31 von 65 der größten Institute (ohne Griechenland) dringend frisches Kapital. Der verschärfte Stresstest ergab, dass fast 115 Milliarden Euro fehlen. Allein die sechs deutschen Institute Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank, Helaba, WestLB und NordLB brauchen 13,1 Milliarden Euro Kapital, um sich für Krisenzeiten zu rüsten. Den größten Bedarf hat mit 5,3 Milliarden Euro wie erwartet die stark in den Euro-Schuldenländern engagierte Commerzbank. Wie die Institute die Lücken schließen wollen, sollen sie bis zum 20. Januar bei den nationalen Aufsichtsbehörden erklären. Bis Ende Juni haben sie dann Zeit, diese Pläne umzusetzen. Können sie die Kapitalpuffer nicht aus eigener Kraft verstärken, drohen notfalls Staatshilfen. Der Deutschen Bank fehlen 3,2 Milliarden Euro, um eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent zu erreichen. Diesen Wert müssen die europäischen Institute nach Vorgabe der EBA bis Ende Juni 2012 erreichen.
Redakteur: Andreas Agly
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