Biotech-Check Teil 1: Was tun bei Morphosys?
Ein Investment in Biotech-Aktien ist zwar sehr risikoreich, aber bietet dafür auch viele Chancen. DER AKTIONÄR hat ein Ranking herausgegeben, in dem die deutschen Biotech-Unternehmen auf den Prüfstand kommen. Welche Aktien unbedingt ins Depot gehören, welche sich für eher spekulative Anleger-Typen eignen, das erfahren Sie in diesem Biotech-Check mit dem Biotech-Experten Bastian Galuschka von DER AKTIONÄR.
In dem Biotech-Ranking wird der Fokus auf folgende vier Faktoren gelegt: In der Kategorie Pipeline wurde analysiert, wie viele Produkte das jeweilige Unternehmen bereits auf dem Markt hat, wie viele Kandidaten sich in der firmeneigenen Entwicklung befinden und welche Phasen der klinischen Forschung erfolgreich durchlaufen wurden. Punkt zwei betrifft Kooperationen, also die Anzahl und der Umfang bestehender Verträge mit Partnern. Das dritte Kriterium ist die Cashposition des Unternehmens, also die entscheidende Basis für die Forschungen der jeweiligen Biotech-Unternehmen. Die letzte Rubrik ist die Charttechnik, also die technische Verfassung der Aktie.
Platz 1 in diesem Ranking belegt MorphoSys. Der Antikörperspezialist konnte bereits 2010 einige Meilensteine verbuchen. Das Unternehmen zeichnet sich mit einer hervorragenden Technologieplattform aus. Zahlreiche Größen aus der Pharmabranche konnte MorphoSys als Unternehmenspartner gewinnen. Meilenstein war zum Beispiel eine bedeutende Forschungsallianz mit Pharmariese Pfizer. Dadurch konnte MorphoSys die Jahresprognose 2010 nach oben schrauben. Und auch 2011 bleibt die MorphoSys-Aktie ein solides Investment. MorphoSys will die 100-Millionen-Euro-Schwelle beim Umsatz knacken und auch weitere Übernahmen stehen durchaus auf der Pipeline des Unternehmens. Doch bei diesem soliden Titel ist Geduld gefragt. Denn bisher kamen sämtliche Projekte über die klinische Phase II nicht hinaus. Dennoch: "Morphosys ist und bleibt ein Basisinvestment, das Risiko ist hier überschaubar, auf der anderen Seite hat man noch die Wachstumsphantasie," so Galuschka. Er sehe noch absolutes Potenzial in der Aktie auf bis zu 30 Euro.
Als Bilderbuchturnaroundstory gestaltet sich Evotec. Das Biotech-Unternehmen belegt Platz 2 in dem Ranking. 2009 war für Evotec keine Glanzleistung. Doch 2010 konnte Steuermann Dr. Lanthaler das Ruder herumreißen. Die hoch riskanten Projekte wurden eingedämmt, teilweise eingestellt. Back to the roots hieß die neue Devise - also zurück zum Dienstleistungsgeschäft, das Evotec zuvor stark gemacht hatte. Wenn alles glatt läuft, könnte Evotec sogar bereits 2010 Gewinne einfahren. Meilensteine bis hin zu 254 Millionen Euro könnten in den nächsten Jahren noch folgen. Durch die neue Kooperation mit Roche entwickelt man einen neuen Wirkstoff mit Indikation Depression. Sollte Roche diesen Medikamentenkandidaten später zurückkaufen, so wäre der Cashbestand bei Evotec schnell über 100 Millionen Euro. Galuschka rechnet 2010 mit einem knappen Nettogewinn bei Evotec - Tendenz fortsetzend für 2011. Alles in allem zähle Evotec zu den absoluten Basisinvestments. Der Aufwärtstrend der Aktie setze sich sehr gut fort, so der Biotech-Experte.
Redakteur: Brigitte Bauer
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