Biotech-Check Teil 2: Risikofaktor für spekulative Anleger
Im zweiten Teil des großen Biotech-Checks blicken wir auf Werte aus der zweiten Reihe. Also auch etwas auf die spekulativeren Titel. Risiko ist bei Paion, 4 SC und Wilex nicht auszuschließen, dafür sind diese Aktien aber trotzdem kaufenswert. Warum? Das erklärt Biotech-Experte Bastian Galuschka vom Anlegermagazin DER AKTIONÄR.
Auch in der zweiten Reihe gibt es ein paar Unternehmen, die sich für die Anleger lohnen könnten. Paion ist beispielsweise mit dem Hoffnungsträger Anästhetikum Remimazolam weiter gekommen. Die Erwartungen in einer Phase-IIb-Studie wurden erfüllt und erfolgreich abgeschlossen. Wichtigstes Ziel 2011 ist für Paion einen Partnerdeal an Land zu ziehen. Galuschka sieht für die Aktie die Hoffnung, dass sich der Kurs erholen werde und die Errungenschaften der letzten Monate endlich zeigen werde. Auslöser dafür könnte sein, wenn Remimazolam Mitte des Jahres auslizenziert werde, so der Experte. Man habe hier eine Marktkapitalisierung von 55 Millionen. Bei einem Erfolg des Anästhetikums müsste das Unternehmen vollkommen neu bewertet werden. "Wer es ein bisschen spekulativer will, der dürfte bei diesem Titel sehr gut aufgehoben sein," so Galuschka.
Sehr gut ins neue Jahr gestartet ist 4SC. Nach positiven Phase-II-Daten des Hoffnungsträgers Vidofludimus zog die Aktie kräftig an. Auch 4SC hofft für 2011 auf einen finanzstarken Partner. 2011 werde ein richtungsweisendes Jahr für die Träger Vidofludimus und Resminostat. Sollte nur eine Indikation erfolgreich abgeschlossen werden, so müsste der Titel höher stehen. Es bleibe also weiter spannend. Sollten die Ergebnisse stimmen, so dürfe durchaus das Allzeithoch angepeilt werden, erklärt Galuschka.
Der 5. Titel auf der Rankingliste des AKTIONÄRs ist Wilex. Das Unternehmen hat mit der belgischen IBA einen Partner für den Vertrieb des Diagnostikums Redectane gefunden. Hier konnte man die Phase-III-Studien erfolgreich abschließen. Auch der Zulassungsantrag für das Medikament dürfte bald eingereicht werden. Erste Produktumsätze werde es dann 2012 geben. Noch eine weitere Phase-III-Studie bei Rencarex stehe 2011 an. Das einzige Haar in der Suppe: der Cashbestand. Wilex werde wohl nicht an einer weiteren Kapitalrunde vorbeikommen. Spätestens dann würde er aber einsteigen. "Das aktuelle Kursniveau ist allerdings schon recht ordentlich und interessant für einen Neueinstieg bei Wilex," so Bastian Galuschka vom Anlegermagazin DER AKTIONÄR.
Redakteur: Brigitte Bauer
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