Börse Aktuell (19.05.): FED hält an Niedrigzins fest / IWF-Chef geht
Enttäuschende US-Konjunkturdaten haben die Erholung des Dax am Donnerstag etwas gebremst. Der deutsche Leitindex, der vortags eine fünftägige Verlustserie beendet hatte, schloss 0,75 Prozent höher bei 7.358,23 Punkten und rettete damit nur knapp die Hälfte seiner Tagesgewinne ins Ziel. Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 0,98 Prozent auf 10.766,90 Punkte zu und der TecDax rückte um 0,38 Prozent auf 920,61 Punkte vor. In den USA hatte sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Mai abermals deutlich eingetrübt.
Volkswirte hatten hingegen mit einer Stimmungsaufhellung gerechnet. Zudem waren im Vormonat sowohl der Sammelindex der Frühindikatoren als auch die Verkäufe bestehender Häuser überraschend gefallen. Lediglich die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hatten positiv überrascht, sie waren stärker gesunken als erwartet.
IWF Chef Dominique Strauss-Kahn ist zurückgetreten. Er hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Vorerst wird sein bisheriger Stellvertreter John Lipsky die Geschäfte führen. Als heisse Kandidatin für die Nachfolge von Strauss-Kahn gilt die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Auch Bundeskanzlerin Merkel soll ihre Kandidatur unterstützen, Deutschland selbst verzichtet auf einen eigenen Kandidaten. Das berichtet das Handelsblatt. Strauss-Kahn soll versucht haben, ein Zimmermädchen zu vergewaltigen. Er sitzt derzeit in New York in Untersuchungshaft.
FED hält an niedrig Zinspoltik erst einmal fest. Allerdings gibt es wohl schon erste Überlegungen über einen strafferen Kurs. Dabei deutet sich an, dass eine erste Zinsanhebung nach der Finanzkrise zu den ersten Schritten gehören dürfte. Auch künftig rechnet die Fed mit einer anhaltenden Erholung der Konjunktur, wenngleich sich das Wachstum im ersten Quartal abgeschwächt habe. Als Belastung sieht die Notenbank immer noch den krisengeschüttelten Häusermarkt an, während sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt moderat verbessere.
Auf Air Berlin kommt wegen der Unruhen in Nordafrika und der neuen Ticketsteuer eine Menge Arbeit zu: Die Airline stellt deswegen ihr Streckennetz auf den Prüfstand. "Wir werden zusätzlich einen Langstreckenflieger einsetzen, der von Düsseldorf in die USA fliegt", sagte Vorstandschef Joachim Hunold. Von den beiden wichtigsten Air-Berlin-Flughäfen Berlin und Düsseldorf sollen künftig noch mehr Interkontinentalflüge starten.
Redakteur: Torsten Hanft
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