Börse Live (28.11.): Es sieht gut aus für den DAX
Mit neuem Optimismus für eine Lösung der Euro-Schuldenkrise dürfte der Dax seinen Erholungsversuch zum Wochenausklang am Montag zunächst fortsetzen. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Leitindex stand um 8.05 Uhr bei 5.590 Punkten und damit 1,78 Prozent über dem Xetra-Handelsschluss zum Wochenschluss. Damit dürfte das deutsche Kursbarometer zunächst an die Kursgewinne vom Freitag anknüpfen, mit denen er eine neun Tage andauernde Verlustserie beenden konnte. In der Spitze war er dabei um gut 12 Prozent abgerutscht.
Italienischen Medienberichten zufolge will der Internationale Währungsfonds (IWF) dem hoch verschuldeten Eurokrisenland Italien mit einem Milliarden-Programm unter die Arme greifen, um die neue Regierung von Mario Monti bei der Durchsetzung der notwendigen Reformen mit einer stabileren Finanzlage zu entlasten. Dies sorgte am Morgen für Kursgewinne in Asien und eine positive Entwicklung der US-Futures. Marktstratege Stan Shamu von IG Markets verwies zudem auf eine Absicherung von Bonds angeschlagener Staaten durch den Krisenfonds EFSF. Zudem hätten die Umsätze an "Thanksgiving" die Erwartungen übertroffen. Leicht negativ ausgelegt wird am Markt indes eine jüngste Äußerung von Ratingagenturen: S&P hatte am Freitag die Kreditwürdigkeit Belgiens um eine Note gesenkt. Aus einer ansonsten übersichtlichen Tagesagenda ragt der USA-EU-Gipfel in Washington heraus.
Bester Dax-Wert waren vorbörslich die Papiere der Commerzbank mit einem Aufschlag von 4,33 Prozent. Sie knüpften damit zunächst an ihre bereits drei Tage andauernde Erholungsbewegung an. Laut Händlern beschäftigten die Anleger gleich mehrere Meldungen, deren Grundton aber insgesamt positiv sei. Das Bankhaus erwägt laut der "Financial Times Deutschland" (FTD) erneut den Ankauf von eigenen Anleihen. Es bestünden mehrere Optionen, um die Bilanzrisiken zu reduzieren, sagte der Börsianer. All dies sei eine Frage der Aufwendungen und der Verwässerung. Weiterhin hieß es im "Handelsblatt" in Berufung auf Kreise, der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats habe einen Ersatz für den scheidenden Finanzvorstand Eric Strutz gefunden.
Auch die MAN-Titel stiegen vorbörslich um etwas mehr als vier Prozent. Der Münchner Lastwagenbauer fand eine Lösung für die von einer Schmiergeldaffäre erschütterte Ex-Tochter Ferrostaal. MAN kauft vom Haupteigner IPIC alle Anteile zurück, teilte MAN am Montag in München mit. Ferrostaal ginge dann unmittelbar in die Hände der MPC Gruppe über. MAN halte anschließend keine Anteile mehr am Essener Industriedienstleister.
Redakteur: Torsten Hanft
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