Börse Live: Berlusconi-Effekt an der Börse verpufft
Erst erklärte der italienische Regierungschef Berlusconi, er wolle zurücktreten, heute hat Griechenlands Ministerpräsident Papandreou seinen Rücktritt bekannt gegeben. Politische Unsicherheiten also wohin man blickt. Und das ist auch dem DAX nicht gut bekommen. Alles Wichtige zum Handelstag gibt es in Börse Live.
Sehr schwach und nur leicht vom Tagestief erholt ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Der massive Kurseinbruch italienischer Staatsanleihen riss auch die Aktienmärkte mit nach unten. Der DAX fiel um 2,2% oder 132 Punkte auf 5.830 Zähler. Auch der Umsatz in DAX-Titeln auf Xetra sprang massiv an: Umgesetzt wurden rund 245,8 (Vortag: 144,4) Mio Aktien im Wert von rund 4,23 (Vortag: 2,82) Mrd EUR. Die erhoffte Rücktrittsankündigung des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi sorgte nur für ein kurzes Strohfeuer - die Sorge über Italiens langfristige Finanzierbarkeit gewann die Oberhand. Italien hat Griechenland damit als Belastungsfaktor der Börsen abgelöst. Anders als die Hellenen ist Italien jedoch der drittgrößte Schuldner der Welt. Italienische Renditen sprangen in der Spitze auf 7,5% für zehnjährige Titel und damit auf ein mittelfristig nicht mehr stemmbares Niveau. Gegenüber deutschen Anleihen mussten am Abend über 5,7 Prozentpunkte (570 Bp) mehr Zinsen gezahlt werden. Nur Stützungskäufe durch die EZB sollen nach Händlerangaben Schlimmeres verhindert haben. Der Euro stürzte darauf in der Spitze um fast drei volle US-Cents ab, der deutsche Renten-Futures sprang dagegen auf ein Allzeithoch.
Redakteur: Nathalie Lober
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