Börse Live: Neues Börsenjahr soll langsam in Fahrt kommen
Moderate Gewinnmitnahmen bei sehr dünnen Umsätzen dürften den Dax am ersten Handelstag des Jahres belasten. Händler verwiesen unter anderem auf leichtere Vorgaben von der Wall Street, insbesondere auf den schwächeren Jahresausklang der US-Börsen. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand am Montag gegen 8.15 Uhr bei 5.882 Punkten und damit 0,28 Prozent unter dem Dax-Xetra-Schluss am verkürzten Handelstag am Freitag. Nachrichtenseitig glichen sich ein leicht positiver Einfluss von Daten aus China sowie ein unerwartet hohes Defizit in Spanien derweil aus.
Nach einem turbulenten Jahr 2011 mit einem Verlust des Dax von rund 15 Prozent sind die meisten Experten optimistisch. Spätestens im zweiten Halbjahr 2012 dürfte sich der deutsche Leitindex dem europäischen Schuldensturm erfolgreich entgegen stemmen. Im Schnitt rechnen die 20 von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten mit einem Anstieg bis auf 6.680 Punkte - ein Gewinn von rund 14 Prozent. Als Kurstreiber gelten neben der robusten deutschen Wirtschaft insbesondere fehlende Anlagealternativen.
Zunächst winkt angesichts geschlossener Börsen in Tokio, London, Zürich und auch New York ein anhaltend ruhiger Handel. Besonders im Fokus dürfte dabei der Solarsektor stehen. Im vorbörslich überwiegend freundlichen Branchenumfeld ragten die Anteile des Solarzellen-Herstellers Sunways mit einem Kurssprung von fast 27 Prozent heraus. Das chinesische Solarunternehmen LDK Solar steigt bei dem Konstanzer Solarzellen-Hersteller über eine Kapitalerhöhung mit einem Drittel der Anteile ein. Anschließend wollen die Chinesen den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot zum Preis von 1,90 Euro je Aktie machen. Am Freitag lag der Schlusskurs der Sunways-Papiere bei 1,54 Euro. Das Bundeskartellamt muss beide Schritte noch genehmigen.
Solarworld rutschten indes bei Lang & Schwarz nach anfänglichen Gewinnen dagegen leicht ins Minus: Vorstandschef Frank Asbeck sieht die Umsatzentwicklung 2011 zwar auf Zielkurs und kann sich vorstellen, von der Pleite des Konkurrenten Solon zu profitieren. Während der Absatz in Deutschland im vierten Quartal gut gelaufen sei, sei die Situation in Amerika aber schwieriger. Das belastet einem Händler zufolge etwas.
Auch Porsche-Aktien zeigten sich vorbörslich schwach, nachdem mehrere Investmentfonds mit einer neuen Klage gegen den Sportwagenbauer Schadensersatz von fast zwei Milliarden Euro erstreiten wollen. Hintergrund ist der gescheiterte Versuch von Porsche, 2008 den viel größeren Volkswagen-Konzern zu übernehmen. Die Dachgesellschaft Porsche SE habe ihre Strategie zunächst verheimlicht und auf diese Weise später Kursturbulenzen verursacht, hieß es am Samstag in der Mitteilung einer Frankfurter Kanzlei. Ein Händler erinnerte jedoch daran, dass vergleichbare Klagen bereits liefen. Die Ankündigung einer Absatzsteigerung um mehr als 6,5 Prozent im laufenden Jahr liege im Einklang mit den jüngsten positiven Kommentaren.
Redakteur: Torsten Hanft
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