Börsenpsychologie: "Gefährlich wird es, wenn..."
Die Börse reagiert gerade mal zu zehn Prozent auf Fakten. Alles andere ist Psychologie. - Das sagte schon André Kostolany. Und tatsächlich ist die Psychologie an der Börse eine gefährliche Beimischung. Massenpanik, Herdentrieb, Angst und Gier - Diese Faktoren treiben die Märkte nach oben oder lassen sie abstürzen. Die Euphorie drückt den Markt auch momentan nach oben - Doch droht dann am Ende der Crash? Wir fragen nach bei Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer.
Angst und Gier. Das sind zwei Faktoren, von denen die Anleger nicht verschont werden. Doch wie kann der Privat-Anleger Fehler, die von diesen Faktoren getrieben werden, vermeiden? Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer empfiehlt: einfache Regeln schaffen. Mit Hilfe der Charttechnik und des Money-Management können Entscheidungen ohne psychischen Druck gefällt werden. Beim Money Management geht es um Wertsicherungsstrategien, die darauf abzielen das Risiko eines Portfolios durch das Festlegen der Größe der einzelnen Handelsposition aber auch durch das Definieren von maximalen Verlusten pro Position begrenzen. Durch das Setzen von Stopp-Loss-Kursen werden Aktien automatisch verkauft, sobald sie einen vorher festgelegten Kurs erreicht haben. Somit können Verluste im Voraus begrenzt, aber auch aufgelaufene Gewinne abgesichert werden, so Metzger.
Erst hatten wir eine Blase auf dem amerikanischen Häusermarkt, dann der Zusammenbruch des Finanzsystems, eine Erholung in 2009, 2010 flachte die Erholung etwas ab. Dann die DAX-Rally zum Schluss. Da fragt man sich doch: Ist die Finanzkrise schon wieder vergessen? Verdrängung ist auch ein großer Faktor, der bei Börsenentscheidungen mit reinspielt, meint Thomas Metzger. "Positive Erlebnisse werden oft überbewertet und dadurch aus den Anlagefehlern zu wenig Lehren gezogen," so der Experte. Viele Anleger hängen an ihren Positionen, also sie wollen Recht behalten, obwohl die Kurse gegen sie laufen. Trotz der momentanen Korrektur, hervorgerufen durch die Krise in Libyen, herrscht am Aktienmarkt ein Optimismus, der von einer stabilen fundamentalen Situation, gepaart mit einer reichlich vorhandenen Liquidität getragen wird. Die Marktteilnehmer gehen von einer weiter stabil wachsenden Weltwirtschaft aus. Das sollte auch weiter für steigende Gewinne der Unternehmen sorgen, so Metzger.
Doch treibt die Euphorie und die Gier den Markt nicht zu weit oben - Droht die Gefahr einer neuen Finanzkrise? Antworten erhalten Sie in diesem Interview mit Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer.
Redakteur: Brigitte Bauer
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