Charttechniker Bauer: "Das Pulver nach oben ist verschossen"
Von einer Entspannung an den Märkten kann keine Rede sein. Seit Ende letzter Woche fiebern Anleger täglich mit, wenn der DAX zum erneuten Angriff auf die 6.100 Punkte-Marke bläst. Gestern ist der DAX wieder an der Marke abgeprallt.
Dr. Gregor Bauer, technischer Analyst von Dr. Bauer Consult sieht die Verantwortung dafür im ungebrochenen Seitwärtstrend seit Anfang September. „Übergeordnet kann man sagen wir bewegen uns impulslos. Wir können aber sehr wohl Begrenzungen, charttechnische Widerstände und Unterstützungen ausmachen, die uns dann Signale geben werden, wenn es denn so sein sollte“, so Bauer. Anleger sollten die Widerstandszone zwischen 6.050 bis 6.100 im Auge behalten. Wenn diese Zone überwunden werden kann, generiert das nach Bauers Meinung ein „impulsfolgendes Kaufsignal“. Das Kursziel liegt dann im Bereich um 6.350 Punkten. „Hier haben Anleger mal die Gelegenheit für einen kurzfristigen oder etwas spekulativeren Trend“, so Bauer. Sollte der Dax auch diese Marke knacken können, sieht Bauer sogar charttechnisch Luft bis zu Kursen um die 7.000 Punkte.
Sollte der DAX aber unter die Unterstützung im Bereich bei 5.750 und 5.800 Punkten fallen, „sollte das das Signal sein, short zu gehen. Das wäre ein ganz klaren impulsgebendes Verkaufssignal.“ Das Kursziel einer solchen Bewegung läge bei 5.000 Punkte.
Bauer ist aber eher pessimistisch. „Mit den Nachrichten der letzten Tage haben wir unser Pulver verschossen. Was soll jetzt kommen aus den Märkten, das den DAX über die 6.100 Punkte treibt?“
Der Dow Jones bildet seit Anfang November ein steigendes Dreieck gegen eine massive Widerstandszone ausbildet. „Dieser Widerstandsdeckel liegt im Bereich zwischen 12.180 und 12.280 Indexpunkten.“ Bauer empfiehlt Anlegern erst den Durchbruch durch den Deckel abzuwarten, denn er sieht auch hier in der letzten Woche eine impulslose Entwicklung. Wenn der Deckel vom Topf ist, kann der Dow auch noch bis 12.700 Punkte kochen. Bauer empfiehlt Anlegern aber auch, ihre Positionen glatt zu stellen oder auf den fallenden Index zu spekulieren, wenn es unter die 11.600 Punkte geht.
Ob Euro und Gold sich nach ihren kürzlichen Abstürzen wieder aufrappeln können, erfahren Sie im Beitrag.
Redakteur: Antje Cznottka
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