Chefvolkswirt Krämer: „EZB beendet die Rezession“
Der Drei-Jahres-Tender der Europäischen Zentralbank hat nicht nur die Finanzierungsbedingungen für hochverschuldeten Südstaaten verbessert, sondern auch die konjunkturellen Aussichten: „Die EZB beendet die Rezession“, sagt Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.
Aber Krämer bleibt skeptisch, ob das von nachhaltigem Effekt ist: „Das Wachstum danach wird blutleer bleiben und kaum ausreichen, dass die Südstaaten aus den Schulden herauswachsen“, warnt er. Die EZB kaufe nur Zeit, sie löse die Strukturprobleme nicht. Das zeigte die Rendite der zehnjährigen portugiesischen Anleihen, die entgegen dem Trend gestiegen sei. „Ob Italien mit seinen Reformanstrengungen wirklich vorankommt, ist völlig offen“, so Krämer. Nach seiner Einschätzung sollten Kapitalanleger die Gunst der Stunde nutzen: „Aktien sollten in dieser Phase übergewichtet werden“, lautet Krämers Rat, „aber der positive Trend wird nicht nachhaltig sein.“ Er rechnet dann später wieder mit deutlichen fallenden Kursen.
Redakteur: Bernhard Jünemann
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