DAX-Comeback geht weiter - Die besten Chancen für Anleger
Das DAX-Comeback wird sich fortsetzen, auch wenn die EZB die Leitzinsen erhöht. Denn nach wie vor sorgt das Wirtschaftswachstum für steigende Unternehmensgewinne. Doch neben Aktien bieten auch Unternehmensanleihen attraktive Einstiegschancen. Wie sich die Anleger jetzt aufstellen sollten, das verrät Henrik Muhle von der GANÉ Aktiengesellschaft im Interview.
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte am Donnerstag den nächsten Zinserhöhungszyklus beginnen. Alle 46 von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte rechnen nach den deutlichen Hinweisen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und anderen Ratsmitgliedern damit, dass der Rat den Hauptrefinanzierungssatz wegen zunehmender Risiken für die mittelfristige Preisstabilität um 25 Basispunkte auf 1,25%, anheben wird, allen zusätzlichen konjunkturellen Unsicherheiten zum Trotz, die sich aus der Erdbebenkatastrophe in Japan ergeben. Trichet hatte nach der jüngsten Zinsentscheidung Anfang März gesagt, dass der EZB-Rat überwiegend Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität sehe und die Entwicklungen deshalb mit hoher Wachsamkeit (strong vigilance) verfolge. Mit diesem Code-Wort hatte die EZB im vorherigen Zinszyklus einige Erhöhungen angekündigt. Trichet hatte auf Nachfrage gesagt, dass eine Zinserhöhung bereits am 7. April möglich sei, dass er die EZB aber nicht vor einer Serie von Zinserhöhungen sehe, weil sie sich diesbezüglich nie im Vorherein festlege. Ähnlich hatte sich Trichet bereits Ende 2005 geäußert, als er den damaligen Zinserhöhungszyklus einleitete. Und auch sonst sehen Beobachter eine bemerkenswerte Parallele zu den damaligen Geschehnissen: Wie damals ziehen die Inflationsraten wegen rapide steigender Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise an und gleichzeitig steigen die Inflationserwartungen. Seit der vergangenen EZB-Ratssitzung haben sich die Anzeichen in dieser Richtung weiter verstärkt. So nahm die Verbraucherpreisinflation im März entgegen den Erwartungen weiter zu und stieg von 2,4% auf 2,6%, während Volkswirte einen Rückgang auf 2,3% prognostiziert hatten. Die von der EU-Kommission ermittelten Inflationserwartungen von Produzenten und Verbrauchern stiegen ebenfalls und lagen nicht mehr weit entfernt von ihren Allzeithochs. Vor diesem Hintergrund ist es wahrscheinlich, dass der EZB-Rat zumindest den Hauptrefinanzierungssatz um 25 Basispunkte anheben wird. Denkbar ist zudem, dass er die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen signalisiert, in dem er das Leitzinsniveau auch nach der Anhebung nicht als ;angemessen; bezeichnet und auf weiterhin aufwärts gerichtete Inflationsrisiken verweist. Beobachter rechneten bereits auf Basis der Informationen der vergangenen Ratssitzung mit bis zu drei Zinserhöhungen noch in diesem Jahr.
Redakteur: Nathalie Lober
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