Envio - Zockerpapier mit Giftnote
Es ist jetzt schon einige Monate her, dass eine heftige Meldung die Anleger enttäuschte. Stichwort: PCB-Skandal. Envio, die eigentlich eben dieses PCB entsorgen sollen, wurden mit schweren Vorwürfen der Umweltverschmutzung bedacht. Doch wie steht es jetzt einige Monate später um den Konzern? Thomas Bergmann vom Anlegermagazin DER AKTIONÄR bringt Licht ins Dunkel.
Seit Mai reißt bei Envio die Serie von Hiobsbotschaften nicht mehr ab. Jetzt ist Envio weiterhin dabei, das Außengelände der Firma von PCB zu reinigen. Doch erst Anfang August wurden diese Arbeiten erneut abgebrochen, mit der Begründung, man könne entweder sanieren oder die von Arnsberg geforderte Sicherheitsleistung von 1,5 Millionen Euro zahlen. Einige Male wurde die Deadline der Reinigung nach hinten verschoben. Die Arbeiten auf dem verseuchten Gebiet liefen zäh und zum Teil ohne Schutzmaßnahmen. Das Schlimme: Zwei von der Stadt gereinigte Flächen im Außenbereich sind nach wie vor mit PCB verseucht. Das ergaben wohl Proben des Landesumweltamtes. Angeblich sind die Arbeiten jetzt aber komplett abgeschlossen und das Gelände sollte wieder frei von PCB sein. Doch daran glaubt zunächst erst einmal niemand. Zu schwer ist die Enttäuschung seit dem Skandal. Doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Ein Plan steht jedoch noch aus, nämlich ein Gesamtsanierungskonzept. Die Frage ist nur, ob das Unternehmen einen Plan vorlegt, oder die übliche Strategie fährt und zunächst einmal klagen wird. Doch es gibt noch weitere Nachrichten von Envio: Der Wechsel im Aufsichtsrat. Auch hier fragt man sich, wohin das alles noch führen könnte. Die Hauptversammlung wurde ebenfalls von dieser Woche auf Ende November verschoben. Fragen über Fragen also und viel Gestolper im Dunkeln. Wir versuchen daher das Licht wieder anzuknipsen - mit Thomas Bergmann vom Anlegermagazin DER AKTIONÄR.
Redakteur: Brigitte Bauer
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