Griechenland: Referendum soll kommen
Keine Woche nach dem
Euro-Krisengipfel hat Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou ein
Referendum angekündigt. Die Bürger sollen befragt werden, ob sie den neuen
Hilfszusagen der internationalen Geldgeber zustimmen wollten oder nicht, wie
Papandreou, der innenpolitisch schwer unter Druck steht, am Montagabend in Athen
sagte. Der Sozialist will sich zudem einer Vertrauensabstimmung im Parlament
stellen. Der Euro rutschte nach der Ankündigung Papandreous deutlich ab. Auch die Märkte in Europa gaben am Dienstagvormittag deutlich ab. So verlor der DAX über 3 Prozent. Bankenwerte stürzten europaweit ab.
Papandreou hatte für die beschlossenen neuen Hilfen drastische Sparpakete
schnüren müssen. Massenstreiks waren die Folge. Allerdings herrschte zunächst
Unklarheit über das Referendum: Der Regierungschef machte zunächst keine näheren
Angaben darüber. Welche Konsequenzen ein Nein der Bevölkerung hätte,
blieb ebenfalls unklar. Papandreou sprach davon, dass Ergebnis sei für die
Regierung bindend. Die Bundesregierung reagierte offensichtlich überrascht. Es handle sich um
eine "innenpolitische Entwicklung in Griechenland, über die der Bundesregierung
bisher keine offiziellen Informationen habe und die sie deswegen auch nicht
kommentiere", teilte das Bundesfinanzministerium mit. Weiter hieß es, der Gipfel
der Staats- und Regierungschefs der Eurozone habe in der vergangenen Woche "klare Erwartungen" formuliert.
Redakteur: Torsten Cuck






