Härter als Stahl: Schuldenkrise zwingt Stahlbranche in die Knie
Die Schuldenkrise in Europa belastete im vergangenen Jahr das Geschäft von ArcelorMittal. Das belegen die jüngsten Zahlen des weltgrößten Stahlkonzerns. Die Entwicklung von ArcelorMittal steht stellvertretend für die gesamte Branche.
Stahl ist einer der wichtigsten Werkstoffe für die Industrie. Es gibt kaum ein industrielles Produkt, das ohne Stahl auskommt. Stahlaktien liefern daher immer auch Aussagen über die allgemeine Konjunktur. Und die fallen in jüngster Zeit sehr negativ aus. Nach Branchengrößen wie dem Stahlhersteller ThyssenKrupp und dem Stahlhändler Klöckner und Co., hat nun auch ArcelorMittal mit den Zahlen enttäuscht. Der Stahlriese ist im Schlussquartal 2011 deutlich in die roten Zahlen gerutscht. ArcelorMittal verzeichnete einen Verlust von 1 Milliarde US-Dollar. Und das nach einem Plus von 659 Millionen Dollar im Dritten Quartal. Ein Jahr zuvor hatte ArcelorMittal nur ein Minus von 780 Millionen Euro geschrieben. Im Gesamtjahr allerdings profitierte ArcelorMittal von einer guten ersten Hälfte. Das Unternehmen steigerte das Ergebnis um knapp 20 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz legte um gut 20 Prozent auf etwa 94 Milliarden Dollar zu. Unterm dem Strich verdiente der Konzern 2011 2,3 Milliarden Dollar - rund ein Viertel weniger als im Vorjahr. Derzeit leidet die gesamte Stahlbranche unter der schwachen Nachfrage. Die Finanz- und Schuldenkrise lähmt den Markt. Aufträge bleiben aus, die Kunden leeren lieber ihre Lager. Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender von Klöckner und Co. und Marco Herrman, Geschäftsführer bei der Fiduka-Depotverwaltung, schätzen die nahe Zukunft der Stahlbranche unterschiedlich ein. Mehr dazu im Beitrag.
Redakteur: Cornelia Zinck
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