Jünemanns Börse: „Notenbanken können Debakel nicht mehr lösen“ (Teil 2/2)
Die Finanztalkrunde im DAF - heute mit folgendem Thema: Wie stark die Geldentwertung zunehmen wird / Gäste: Prof. Thorsten Polleit (Barclays Capital) und Jörg Krämer (Commerzbank)
Das jährliche Treffen der Notenbanken in Jackson Hole, Wyoming, hat deutlich gemacht, dass den Geldhütern allmählich die Munition ausgeht. Zwar haben die Börsen kurzfristig positiv reagiert, aber Prof. Thorsten Polleit, Chefvolkswirt von Barclays Capital in Frankfurt ist überzeugt: „Zentralbanker haben Krise verursacht, von ihnen ist keine Lösung des Debakels zu erwarten“. Er beurteilt den weiteren Aufkauf von Staatsanleihen als Tabubruch und äußerst kritisch. Auch Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, ist skeptisch: „Die Zentralbanken werden die überschüssige Zentralbankgeldmenge nicht vollständig einsammeln“. Beide Ökonomen, die in der Sendung „Jünemanns Börse“ die Ergebnisse des jüngsten Notenbanktreffen in Jackson Hole diskutieren, sehen nur eine Konsequenz: Inflation, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität. „die Inflation wird mit Macht kommen“, ist Polleit sich sicher. Und Jörg Krämer pflichtet bei: „Langfristige wird sich die Inflation im Euroraum auf ein höheres Niveau einpendeln.“ Er hat zudem Zweifel, ob die Fed es schaffen wird, Konjunkturschwächen abzuwenden: „Die Politik des billigen Geldes kann die notwendige Anpassung abfedern, aber nicht ersetzen“.
Den ersten Teil der Diskussions-Runde finden Sie hier.
Redakteur: Dr. Bernhard Jünemann
09.02.
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