Kommt die D-Mark zurück? Bundesbank meldet sich zu Wort
Druckt die Deutsche Bundesbank wieder D-Mark oder gibt es zumindest einen "Plan B", der dies möglicherweise vorsieht? Die Spekulationen reissen nicht ab. Jetzt sprach der Chef der Bundesbank, Jens Weidmann, Klartext.
DAF-Chefreporter Andreas Scholz hatte die Gelegenheit, am Dienstagabend an einem exklusiven Pressegespräch mit Bundesbankpräsident Weidmann im Hause der Deutschen Bundesbank teilzunehmen. In diesem Zusammenhang machte Weidmann klar, dass Pläne zur Wiedereinführung der D-Mark ein "extrem unwahrscheinliches Szenario" seien. Weidmann: "Wir haben keine D-Mark-Pläne. Das wäre absurd. Es gibt auch keinen Plan B und ich weiss auch von keinen Bargeldbeständen in D-Mark in unserem Hause." Weidmann weiter: "Die einzige D-Mark bei uns, ist im Geldmuseum zu finden." Weidmann sprach sich gegen einen unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB aus. Weidmann: "Ich bin kein Freund des Bildes einer sogenannten Bazooka oder gar einer Nuklear-Option." Es sei wichtig, die Grenzen zwischen Fiskal- und Geldpolitik klar einzuhalten. Weidmann: "Mit mir wird es keine monetäre Staatsfinanzierung geben." Diese Grenze sei er nicht bereit, zu überschreiten, auch nicht über "Umwege". Weidmann: "Die Geldpolitik darf sich nicht vor den Karren der Fiskalpolitik spannen lassen." Weidmann pochte in diesem Zusammenhang auf die Unabhängigkeit der EZB und warnte vor einem Anwerfen der "Notenpresse". Auf die Frage, ob er bei den Zinsen noch "weiteren Spielraum nach unten" sehe oder ob er eine "Nullzinspolitik à la FED" ausschliesse, sagte Weidmann: "Wir sind und bleiben handlungsfähig."
Redakteur: Andreas Scholz
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