Märkte: "Die Probleme sind noch lange nicht gelöst"
In den vergangen Tagen konnte der Euro dennoch an Stärke gewinnen. Auf lange Sicht allerdings, so Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer werden die Sorgen um die Eurozone wieder zurückkommen. Und dann könnte auch der Euro wieder in Schieflage geraten.
Der Euro zeigt sich am Dienstag zu Beginn des europäisch geprägten Handels stabil und handelt um die Marke von 1,3650 USD. Händler sprechen von einer zuletzt gesunkene Risikoaversion der Marktteilnehmer und verweisen auf Aussagen von EZB-Päsident Jean-Claude Trichet zur Zinspolitik. Dieser signalisierte bereits am Montag, dass die schwache Wirtschaftslage in Griechenland, Portugal und anderen Peripherieländern die EZB nicht daran hindern werde, die Leitzinsen zu erhöhen, sollte es eine Bedrohung der Preisstabilität geben. Zur Beruhigung der Marktteilnehmer trägt Händlern zufolge ferner eine Entspannung in der Euro-Schuldenkrise bei. Die Anleger hätten den Eindruck, als ob das Schlimmste der Schuldenkrise in der Eurozone hinter ihnen liege, meint ein Händler. Die zuletzt erfolgreichen Platzierungen von Staatsanleihen sowie die Rekapitalisierungspläne der spanischen Banken hätten zu dem Stimmungsumschwung beigetragen. Im Tagesverlauf dürfte die Bond-Emission der European Financial Stability Facility (EFSF) die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Rettungsfonds für in Refinanzierungsschwierigkeiten geratene Mitglieder des Euroraums will erstmals den Kapitalmarkt anzapfen und Anleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren im Volumen von 5 Mrd EUR verkaufen. Beobachter erwarten angesichts eines Mangels an Schuldtiteln mit Top-Rating im Gemeinsamen Währungsgebiet eine ordentliche Nachfrage. Impulse von Konjunkturseite dürften am Nachmittag aus den USA kommen, wenn mit dem Case-Shiller- und dem FHFH-Hauspreisindex zwei Indikatoren für den angeschlagenen US-Immobilienmarkt auf dem Programm stehen. Zudem steht der vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte Index des US-Verbrauchervertrauens im Januar an. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirten sehen einen leichten Anstieg auf 54,4 Punkte nach 52,5 Punkten im Vormonat. Die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sehen mit dem zuletzt starken Euro weiteres technisches Aufwärtspotenzial. So dürften Kurse oberhalb des jüngsten Hochs bei 1,3686 USD Raum eröffnen bis 1,3785 USD. Unterstützungen machen die Analysten bei 1,3540, 1,3500 und 1,3365 USD aus. Die Feinunze Gold kostet am Dienstagmorgen 1.332,97 USD. Zum Londoner Nachmittag-Fixing am Montag war sie mit 1.343 USD festgestellt worden.
Redakteur: Peter Kuhmann
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