Marktexperte Roth erwartet Jahresendrallye
Der Oktober hat es gut gemeint mit dem DAX. 16 Prozent Zuwachs. Der Eurogipfel hat allein in der letzten Woche für einen Kursanstieg von sechs Prozent gesorgt. Oliver Roth, Kapitalmarktstratege bei der Close Brothers Seydler Bank, ist der Meinung, dass dieser Trend zumindest bis zum Ende des Jahres anhalten wird.
„Wir werden in dieser Woche gespannt darauf schauen wie die Notenbanken auf die wirtschaftliche Flaute reagieren“, so Roth. Das zinsrad wird wohl nicht noch einmal gedreht werden, aber mit Konjunkturprogramme sollte demnächst, besonders vor dem Hintergrund des beginnenden Präsidentschaftswahlkampfes, schon zu rechnen sein. „Möglicherweise startet die FED auch ein Aufkaufprogramm für Immobilien, weil das wirklich massiv den Konsum in Amerika anheizen würde. Das wäre ein positives Signal für die Märkte.“, bewertet Roth.
Der EZB ist noch Spielraum für Zinssenkungen geblieben. „Eigentlich erwarten alle bei der ersten Sitzung des neuen EZB-Chef, Mario Draghi, eine Zinssenkung.“ Roth ist der Meinung, dass diese Maßnahmen die Märkte massiv unterstützen würden. „Daher sehe ich die Märkte, mit einigen Pausen wie in dieser Woche, durchaus steigen“, gibt sich Roth optimistisch.
Der Eurogipfel und das Ja zum Schuldenschnitt in Griechenland hatten Euphorie ausgelöst, auch bei den Banken und davon profitierten die Aktien der Finanzinstitute auch kräftig. Nach einiger Bedenkzeit kamen aber auch Fragen über die Konsequenzen diese Schuldenschnitts vor allem für die Banken auf. „Alles kein Problem? Wir reden hier von Milliardenbeträgen. Das ist ein wenig lapidar daher gesagt. Aber von den Märkten her ist vieles eingepreist.“, so Roth zur Haltung der Banken.
„Dass die Banken natürlich im Rahmen dieser Finanz- und Wirtschaftskrise und jetzt natürlich auch im Rahmen der Schuldenkrise besonders gebeutelt sind, was die Aktienkurse angeht, das ist natürlich klar“, so Roth. Aber auch hier ist schon viel eingepreist und die Aktienkurse liegen schon recht niedrig. „Die Commerzbank-Aktie kostet wenig mehr al sie Cappuccino“, scherzt Roth. Er ist der Meinung, dass die Geldinstitute die Anforderungen bewältigen können und hier wenig Grund zur Sorge besteht. Im Gegensatz dazu besteht durchaus „Enttäuschungspotential“, wenn es an die Umsetzung der Entscheidungen aus Brüssel geht. Auf weitere Entscheidungen, was den ESFS betrifft, werden die Märkte noch schauen und die können den Kursen nochmal zu schaffen machen. „Der Weg nach oben, der geht nicht kerzengerade und da wird es auch immer wieder Schwächen und Einbußen geben, ohne Ende. Aber nichtsdestotrotz ist der Trend meines Erachtens mit vielen positiven Chancen für das Jahresende versehen“, prognostiziert Roth optimistisch.
Die Berichtsaison bietet auch einiges Potential Oliver Roth hat in dieser Woche die Zahlen der Konsumwerte im Auge. Welche er dabei genau unter die Lupe nimmt, was er von den Zahlen erwartet und wo er den DAX-Endstand sieht, erfahren Sie im Beitrag.
Redakteur: Antje Cznottka
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