Momentumstratege Goerke: "Anschnallen - Todeskreuz im DAX perfekt"
"In der Charttechnik entsteht ein Kreuz als Schnittpunkt zweier gleitender Durchschnitte. Erfolgt ein Durchbruch nach oben, entsteht ein Goldkreuz. Erfolgt der Durchbruch nach unten, ein Todeskreuz. Beim DAX ist jetzt das Todeskreuz vollendet worden. Ich kann nur sagen: Liebe Anleger, anschnallen!" Momentumstratege Ralf Goerke hat in diesem Interview mit dem Deutschen Anleger Fernsehen keine guten Nachrichten für die Börsenbullen parat. Unbedingt ansehen.
"Solch eine Entwicklung sieht man nicht alle Tage. Doch ergibt sich erst einmal dieses Signal, hat es wegweisenden Charakter. Der DAX neigt dann zu längeren Trendphasen und dieser Trend zeigt klar nach unten. Wir hatten schon einmal so ein Beispiel, danach hat es ordentlich gerappelt. Das kann diesmal auch wieder passieren", so Goerke gegenüber dem DAF.
Die Momentum-Strategie basiert auf der Überlegung, dass Aufwärtstrends bei Aktiennotierungen aus Seitwärtsbewegungen und so genannten Beschleunigungsphasen bestehen, in denen die Kurse effektiv zulegen. Dabei dauern die Seitwärtsbewegungen oft relativ lange, während die Beschleunigungsphasen eher kurzfristiger Natur sind. Das Ziel der Strategie besteht darin, die Seitwärtsbewegungen zu vermeiden und in den Phasen der Kursgewinne investiert zu sein.
Gekauft werden vor allem Aktien, die vermuten lassen, dass sie kurz vor einem stärkeren Anstieg stehen. Sie werden herausgefiltert nach dem Momentum. Dieses zeigt an, wann sich die Kursdynamik eines Wertes beschleunigt. Es errechnet sich aus der fortlaufenden Division des aktuellen Kurses mit dem vor x Tagen. Das Ergebnis ist eine Kurve, die Momentumkurve, deren Ausprägung von der gewählten Periodenlänge x abhängt.
Charttechniker wählen in der Regel eine Einstellung von 20 Tagen. Die Momentumkurve kann wie ein Chart analysiert werden. Wendepunkte im unteren Bereich der Kurve können als Kauf-, Wendepunkte im oberen Bereich können als Verkaufsignale gewertet werden.
Natürlich ist es damit nicht getan. Der erfahrene Investor wird neben der groben Selektion nach rein technischen Faktoren natürlich noch weitere Kriterien bei seiner Anlageentscheidung berücksichtigen. Er wird darauf achten, dass das relevante Unternehmen wirtschaftlich gesund ist, in einem Wachstumsmarkt tätig ist und nicht in einer Branche, in der es kriselt. Auch die Handelbarkeit der Aktie sollte eine Rolle spielen, denn er will ja nicht nur zu einem fairen Kurs kaufen können, sondern auch verkaufen.
Hat der Anleger seine Werte ausgewählt, dann kauft er die Aktien und setzt sich gleichzeitig ein Kurslimit unter seinem Einstandskurs, zum Beispiel das Tagestief des Vortages. Sobald es erreicht ist, liquidiert er seine Position. Gibt der Wert also unerwartet nach, so hat er damit seinen Verlust begrenzt. Steigt der Kurs dagegen an, so wird das Limit mit steigenden Kursen sukzessive mit nach oben angepasst. Er hält die Aktie so lange und „lässt die Gewinne laufen“, bis der Stoppkurs doch einmal erreicht wird oder sich ein Ende der Beschleunigungsphase abzeichnet.
Weitere Details zum DAX-Todeskreuz
Redakteur: Marco Pahl
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