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Deutsche Bank Realtime Indikationen
19.04.2011 18:24

Mr. DAX Dirk Müller: "Es geht dem Ende entgegen!"

"Die Situation ist sehr ernst", sagt Dirk Müller, cashkurs.com. "Die Verschuldung der USA ist exorbitant". Die Sparpakete sind schon lange nicht mehr das Papier wert auf dem sie stehen. Anleger sollten einen großen Bogen um Staatsanleihen machen. Denn alles andere ist nichts weiter als Geldverbrennung...

Der Warnschuss der Ratingagentur Standard & Poor's für die Kreditwürdigkeit der USA hat weltweit für Wirbel gesorgt. An den Märkten wächst die Sorge, dass sich die Schuldenkrise in den USA zuspitzt. Die US-Regierung dagegen wies die Zweifel zurück. Präsident Barack Obama glaubt fest an eine parteiübergreifende Einigung zum gemeinsamen Abbau des enormen Defizits. Standard & Poor's (S & P) hatte die Kreditwürdigkeit der USA am Montag infrage gestellt. Sie werde deren Bonität zwar weiter mit der Bestnote "AAA "bewerten, teilte S & P mit. Allerdings senke sie den Ausblick für die langfristige Beurteilung von " stabil "auf "negativ ".Damit droht in den kommenden zwei Jahren eine Herabstufung - laut Mitteilung mit einer Wahrscheinlichkeit von 33 Prozent. Grund für die Beurteilung seien die im Vergleich zu anderen mit "AAA "bewerteten Ländern " sehr hohen "Haushaltsdefizite. Außerdem sei unklar, wie die steigende Staatsverschuldung abgebaut werden solle. Die USA häufen allein im laufenden Haushaltsjahr bis zu 1,65 Billionen Dollar neue Schulden an, rund 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Gesamtverschuldung der USA beträgt derzeit mehr als 14,2 Billionen Dollar. Das ist an der Wirtschaftsleistung gemessen das dickste Minus in der Staatskasse der größten Volkswirtschaft seit fünf Jahrzehnten. Ein schlechteres Rating kann zu erheblich höheren Zinsen für US-Staatsanleihen führen. Dies könnte nach Expertenmeinung das ohnehin zaghafte Wirtschaftswachstum abwürgen und die Gefahr einer neuen Rezession heraufbeschwören. Nach Kursverlusten für den deutschen Leitindex Dax sowie den Dow Jones Industrial am Montag rutschten auch die Aktienmärkte in Asien ins Minus. In Tokio sank der Nikkei-Index für 225 führende Werte um 1,21 Prozent auf 9441,03 Punkte. Der Dax startete am Dienstag nach dem Schock vom Vortag leicht erholt in den Handel. Zum Auftakt stieg Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer um 0,46 Prozent auf 7059 Punkte. Am Montag war der Dax um 2,11 Prozent auf 7026,85 Punkte abgerutscht. Dies war der größte Tagesverlust seit dem 15. März, als er im Zuge der Atomkatastrophe in Japan mehr als drei Prozent verloren hatte. Neben den Sorgen um die US-Wirtschaft trug dazu auch die Schuldenkrise in Europa bei. Auf die Stimmung drückten zudem weitere Gerüchte um eine Umschuldung Griechenlands. Die Ratingagentur Standard &Poor's hatte in ihrer Analyse zur Lage in den USA geschrieben: " Wir glauben, es gibt ein grundlegendes Risiko, dass die US-Politiker keine Einigung darüber erzielen werden, wie sie die mittel- und langfristigen finanziellen Herausforderungen bis 2013 angehen sollen. "Die US-Regierung setzt auf eine parteiübergreifende Einigung zum Defizitabbau. Präsident Obama gehe davon aus, dass eine breite Übereinkunft möglich sei, sagte Regierungssprecher Jay Carney. Obama habe in seiner Grundsatzrede vergangene Woche einen Weg zu einer Übereinkunft von Republikanern und Demokraten aufgezeigt. Die Opposition erkenne das Problem an. "Wir denken, dass die Politik die Erwartungen von S&Pübertreffen wird ",sagte Carney. Die vergangenen Wochen waren in der US-Politik von einer erbitterten Etatschlacht zwischen den Demokraten von US-Präsident Barack Obama und den Republikanern geprägt. Die Opposition will tiefe Einschnitte vor allem im Sozialwesen durchsetzen, um die Zunahme der Staatsverschuldung zu bremsen. In den kommenden zehn Jahren sollen die Defizite um 5,8 Billionen Dollar (4 Billionen Euro) sinken. Obama wandte sich entschieden gegen die Sparpläne der Konservativen. Die Zweifel an der Kreditwürdigkeit trieben den Goldpreis fast auf die Marke von 1500 Dollar. Nach Einschätzung von Händlern löste die Beurteilung eine erneute Flucht in das als sicher geltende Edelmetall aus. Die Feinunze Gold (rund 31 Gramm) kostete in der Spitze bis zu 1497,20 Dollar.

Redakteur: Peter Kuhmann

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