Munich Re: Vorsicht vor der Schuldenkrise
Das erste Quartal stand für die Munich Re ganz im Zeichen der Naturkatastrophen. Allein die Japan-Schäden bezifferte der Konzern auf 1,5 Milliarden Euro. Matthias Engelmayer von Independent Research bezeichnete die Zahlen als gemischt. Für die Zukunft lenkt Engelmayer den Blick vor allem auf die Schuldenkrise. Die Munich Re sei in Ländern wie Portugal, Irland und Griechenland hoch investiert.
Belastet von gleich drei großen Naturkatastrophen hat die Munich Re im ersten Quartal unter dem Strich ein Minus ausgewiesen. Mit 0,95 Mrd EUR fiel der Nettoverlust jedoch nicht so hoch aus wie Analysten mit 1,10 Mrd EUR befürchtet hatten. Geholfen hat dabei vor allem ein überraschend hoher positiver Steuereffekt von 612 Mio EUR. Operativ fiel der Verlust mit 1,38 Mrd EUR dagegen schwächer als die Analystenprognose von 1,24 Mrd EUR aus. Grund ist vor allem eine Schaden-Kosten-Quote im Bereich Rückversicherung von 159,4%. Hier hatten die Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie die Überschwemmungen und der Sturm in Australien die Schadenbelastung in den ersten drei Monaten auf rund 2,7 Mrd EUR nach Retrozession und vor Steuern getrieben. Der Chef des Rückversicherungsbereichs, Torsten Jeworrek, wies in der Pressekonferenz am Montagmorgen jedoch darauf hin, dass dieser Schadenswert noch immer auf Modellen beruhe und sich deshalb noch verändern -auch erhöhen -könne. Wie der gemessen am Prämienaufkommen weltgrößte Rückversicherer weiter mitteilte, sind die Bruttoeinnahmen um gut 11% auf 12,98 Mrd EUR gestiegen und damit fast 1 Mrd EUR mehr als von Analysten erwartet. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen ging aufgrund von höheren realisierten Verlusten vor allem im Anleihegeschäft sowie Abschreibungen auf Zins-Derivate (Swaptions) um gut 20% zurück. Analysten hatten mit einem nicht ganz so starken Rückgang gerechnet. Das Gesamtjahr will der DAX-Konzern wie bereits auf der Hauptversammlung angekündigt trotz der hohen Schäden mit einem Gewinn abschließen. Andere gut laufende Bereiche wie die Erstversicherung, eine höhere Nachfrage nach Schadenabsicherung und steigende Prämien sollen die Schäden ausgleichen.
Redakteur: Andreas Agly
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