Nachhaltigkeit: Holen Sie die Perlen in Ihr Depot
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ oder „Sustainability“ geht ursprünglich auf die Forstwirtschaft zurück. Vom damaligen Standpunkt aus bedeutet er, dass nur so viele Bäume gefällt werden dürfen, wie in einem bestimmten Zeitraum nachwachsen. Doch wie kann man jetzt in Nachhaltigkeit investieren? Dieser Frage gehen wir nach mit Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer.
Nachhaltigkeit als Investmentthema umfasst neben den ökonomischen, auch die ökologischen und sozialen oder ethischen Gesichtspunkte einer Kapitalanlage. Das magische Dreieck (Rendite, Sicherheit, Liquidität) wird um den Aspekt der Nachhaltigkeit erweitert. Am Weitesten verbreitet seien Negativ- oder Ausschlusskriterien, mit deren Hilfe zum Beispiel Titel aus bestimmten Branchen aus dem Portfolio verbannt werden. Weist ein Unternehmen Negativ-Kriterien auf, so wird es ausgeschlossen, also beispielsweise die Rüstungsindustrie. Beim so genannten Best-in-Class-Ansatz werde dagegen ein Unternehmen nicht generell ausgeschlossen. Vielmehr werde versucht, den Sustainability-Leader, also das nachhaltigste Unternehmen einer Branche oder Gruppe zu finden, so Thomas Metzger. Viele Investoren kombinieren oft beide Ansätze, wobei auch zusätzliche Positivkriterien eingesetzt werden.
Es gibt am Markt einige Investment-Fonds auch für Privatanleger. Aber im Vergleich zu anderen Investmentthemen führen nachhaltige Produkte immer noch ein Nischendasein. Die Anzahl der Produkte als auch das Volumen haben sich in den vergangenen Jahren aber deutlich erhöht. Vor allem im Investmentfondsbereich finden gerade Privatanleger sowohl Aktien- als auch Rentenfonds, die in ihren Anlagegrundsätzen das Thema Sustainability berücksichtigen. Neben Aktienfonds gebe es auch Rentenfonds und Mischfonds, also eine breite Produktpalette. Blicke man allerdings auf das Volumen dieser Fonds, so haben diese schon noch Nachholbedarf. Relativ wenig Geld werde bisher nachhaltig verwaltet.
Die Produkte am Markt setzen Sustainability ganz unterschiedlich um. Anleger sollten überprüfen, wie im jeweiligen Produkt der Nachhaltigkeitsansatz gelebt wird und ob die Vorgehensweise mit Ihrer Vorstellung von nachhaltigem Investieren übereinstimmt, so Metzger. Nachhaltigkeit hat darüber hinaus kein eigenes Chance/Risikoprofil. Wichtig sind die Asset Klassen, in die investiert wird. So habe eben ein nachhaltiger Aktienfonds ein anderes Chance/Risikoprofil als ein entsprechender Rentenfonds, obwohl beide das Investmentthema Nachhaltigkeit verfolgen können, so Thomas Metzger. Seine Erfahrung sei, dass man mit nachhaltigem Investieren keinen Renditeverlust erleiden muss. Es spielen noch mehr Kriterien, als Nachhaltigkeit eine Rolle, also Timing-Entscheidungen oder Über- und Untergewichtung. Diese entscheiden, ob eine Überrendite gegenüber einem entsprechenden Index erzielt werden könne, so der Experte vom Bankhaus Bauer.
Redakteur: Brigitte Bauer
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