Phoenix Solar-Chef: "Jede Menge Kurspotential"
Der Vorstandsvorsitzende von Phoenix Solar, Dr. Andreas Hänel, kann die heutige Marktreaktion auf die Q2-Zahlen von Phoenix nicht verstehen. "Ehrlich gesagt, das kann ich mir nicht wirklich erklären, wir liegen mit den Q2-Zahlen weit über den Erwartungen der Analysten, sowohl im Umsatz als auch im EBIT. So gesehen haben wir die Erwartungen des Marktes eigentlich übertroffen", so Hänel im DAF-Interview. Trotz Rekordquartal - der Markt spricht eine andere Sprache: Die Phoenix-Aktie verliert in der Spitze fast 10 Prozent.
Es war das beste Quartal in der Unternehmensgeschichte von Phoenix Solar. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in der Periode vom 1. April bis zum 30. Juni 2010 belief sich auf 22,3 Millionen Euro (Q2 2009: 0,1 Millionen Euro). Die EBIT-Marge (Verhältnis von EBIT zu Umsatz) verbesserte sich im Berichtsquartal stark und erreichte 7,9 Prozent nach 0,1 Prozent im Vergleichsquartal vor einem Jahr.
Mit so einem guten Ergebnis hat selbst der Vorstandsvorsitzende von Phoenix Solar, Dr. Andreas Hänel, nicht gerechnet: "Ich habe ungefähr den Umsatz erwartet, bin aber doch auch positiv überrascht, wie hoch das EBIT jetzt schon im zweiten Quartal ausgefallen ist. Das lag tatsächlich auch etwas über meinen Erwartungen."
Auf Halbjahressicht lag die EBIT-Marge bei 7,4 Prozent. Dennoch könne man laut Hänel das erste Halbjahr nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen. Schließlich hätte es durch die Kürzung der Einspeisevergütung ab 1. Juli in Deutschland Vorzieheffekte im zweiten Quartal gegeben. Deshalb dürfte es "ein deutlich schwächeres drittes Quartal und ein wieder starkes viertes Quartal" geben.
An der Prognose von 660 bis 700 Millionen Euro Umsatz und 36 bis 40 Millionen Euro EBIT, die der Konzern vor rund einem Monat ausgegeben hat, hält der Phoenix-Chef fest. "Dass wir jetzt nicht gleich einen Monat später die Prognose wieder anheben, ist vielleicht auch verständlich. Ich denke, wir wollen uns ansehen, wie das dritte Quartal läuft und dann steht ja einer Anpassung der Prognose nach dem dritten Quartal nichts entgegen."
Dass die Prognoseanhebung nicht gleich kam, darüber war der ein oder andere Anleger offenbar enttäuscht. In der Spitze hat die Aktie von Phoenix Solar 9,1 Prozent auf 30,31 Euro verloren, mittlerweile hat sich der Wert aber wieder etwas erholen können. Was der Phoenix-Chef zum Kursziel von Goldman Sachs in Höhe von 51 Euro sagt und ob er die Phoenix Solar selbst als potentiellen Übernahmekandidaten sieht, erfahren Sie im DAF-Interview.
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