Schuldenkrise: Anleger suchen Alternative in Unternehmensanleihen
Nicht nur die Schuldenstaaten der Eurozone müssen für ihre Anleihen immer höhere Zinsen zahlen. Inzwischen mehren sich auch die Vorbehalte gegen Papiere der wirtschaftlich starken Länder Europas - Frankreich, Niederlande oder Österreich. Investoren vergeht sogar die Lust auf die bisher heißbegehrten Bundesanleihen. Mitten in der Euro-Krise bleibt der Bund auf einem Drittel seiner Anleihen sitzen. Wie ernst die Lage ist und ob Unternehmensanleihen eine Alternative sind, das erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von Börse Stuttgart Anleihenforum.
Bei der Auktion neuer Bonds mit zehnjähriger Laufzeit fand der Bund für gut ein Drittel der angebotenen Summe keinen Abnehmer. Insgesamt nahm der Bund bei der Auktion 3,644 Milliarden Euro ein. Das angebotene Emissionsvolumen lag bei sechs Milliarden Euro. Das starke Engagement der Deutschen in der Schuldenkrise sehen die Investoren als wachsendes Risiko. "Die Investoren sind eben nicht mehr bereit zu jeden Kurs zu kaufen, sprich eben diese niedrigen Renditen in Kauf zu nehmen", sagt Thomas Metzger, Leiter Portfoliomanagement und Fondsmanager beim Bankhaus Bauer. Kein Wunder also, dass Unternehmensanleihen derzeit den Staatsanleihen bei den Anlegern den Rang ablaufen.
Das lässt sich auch am Renditeniveau erkennen. Solide Unternehmen mit hervorragendem Geschäftsmodell müssen deutlich weniger Zinsen zahlen, als hochverschuldete Staaten. "Hier traut man von Investorenseite guten, soliden Unternehmen mehr über den Weg als eben den hochverschuldeten Staaten wie Griechenland oder Italien", so Metzger. Solche Unternehmen wären auch in der Lage auch eine Durststrecke, sprich eine Rezession zu überstehen, ohne dass es zu Zahlungsausfällen bei den Anleihen kommt. Der Investor muss sich aber im klaren darüber sein, dass er kein absolutes sicheres Investment hat.
Mehr Informationen, ob Unternehmensanleihen als alternative Investmentmöglichkeit zu Staatsanleihen taugen und auf was der Anleger achten muss, in dieser Ausgabe des Börse Stuttgart Anleihenforums.
Redakteur: Nathalie Lober
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