Siemens: "Kerninvestment im deutschen Markt"
Die Umbaupläne von Siemens kommen bei Carsten Müller von FM Research sehr gut an. Dementsprechend rät er dem Anleger zu einem Investment in die Siemens-Aktie. Interessant wird für Siemens dabei der Sektor Regenerative Energien. Seit einiger Zeit hat der Konzern hier das Engagement verstärkt. Ein Teilbereich könnte laut Siemens-Experte Müller in den nächsten Jahren zum "ganz, ganz wichtigen Fokusgeschäft" werden.
Es wird einer der größten Börsengänge seit Jahren: Siemens will sein Traditionsunternehmen Osram noch im Herbst mehrheitlich abgeben. Der Verkauf gehört zum radikalen Umbau, den Siemens-Chef Peter Löscher dem Konzern verpasst. Der Sprung in die Zukunft soll mit einem neuen Geschäftsfeld für Umwelttechnologie in stark wachsenden Megacitys gelingen. Mit dem Umbau und Zukäufen will Löscher in den kommenden Jahren die Umsatzgrenze von 100 Milliarden Euro knacken. Mit der Trennung von Osram verabschiedet sich Löscher endgültig vom Konsumentengeschäft und wagt sich in unsicheren Zeiten aufs Börsenparkett. Beim Börsengang der Lichttochter mit ihren 40.000 Mitarbeitern und 4,7 Milliarden Euro Jahresumsatz sollen sofort mehr als 50 Prozent der Anteile verkauft werden. Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser ließ am Dienstag bei einer Telefonkonferenz durchblicken, der Gesamtwert von Osram an der Börse könnte in der Größenordnung von bis zu 8 Milliarden Euro liegen. Allerdings schränkte er ein, dass es bei einem Börsengang dieser Größe wohl Abschläge geben dürfte. IG Metall und Betriebsrat warnten vor weiteren Einschnitten nach den gravierenden Umstrukturierungen der vergangenen Jahre. In Erinnerung sind noch die heftigen Ausschläge beim Chiphersteller Infineon, nachdem dieser ebenfalls im Zuge eines Börsengangs von Siemens abgelöst wurde. Der Umbau dürfe keinesfalls zu Lasten der Beschäftigten und Standorte gehen, forderte Gesamtbetriebsratschef Lothar Adler. "Osram darf nicht zum Spielball kurzlebiger Profitinteressen an den Finanzmärkten werden. In dem neuen Sektor namens "Infrastructure &Cities "für Infrastrukturlösungen in den weltweit stark wachsenden Städten sollen künftig 81.000 Mitarbeiter einen Umsatz von 16,5 Milliarden Euro machen, wie Löscher sagte. Insgesamt hat Siemens nach eigenen Angaben derzeit rund 410.000 Beschäftigte. Siemens schätzt die Ausgaben für Infrastrukturmaßnahmen, die der Konzern anbieten kann, in den Städten auf weltweit 300 Milliarden Euro im Jahr. Mehr als 100 Milliarden würden 2015 im öffentlichen Sektor ausgegeben, sagte Löscher. Der Konzern will insbesondere Lösungen für effiziente Stromnetze, Transportmöglichkeiten, Gebäudetechnik, Wasserversorgung und Abfallentsorgung anbieten.
Redakteur: Andreas Agly
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