SMA Solar: Gleiches Schicksal wie Q-Cells und SolarWorld?
Yingli, Suntech und vielleicht auch Samsung dürften hellhörig geworden sein. Die koreanische Firma Dasstech hat einen Solar-Wechselrichter gebaut, der von den Materialkosten her etwa 50 Prozent günstiger kommt als ein Wechselrichter von SMA. "Da rechnen wir schon damit, dass SMA da gewaltig unter Druck kommt, wenn sie eben nicht an Ihren Bauteilkosten arbeiten", so Philippe Welter, Herausgeber des Solarstrom-Magazins PHOTON, im DAF-Interview.
Operative Margen von 24 bis 27 Prozent, wie sie SMA Solar dieses Jahr anstrebt, dürften schon bald der Vergangenheit angehören, falls der Konzern nicht an seiner Kostenstruktur arbeite, so Philippe Welter, Herausgeber des Solarstrom-Magazins PHOTON, gegenüber DAF. "Und hier haben wir in letzter Zeit zu wenig Sensitivität der Hersteller gesehen. Insofern erinnert das auch wirklich an die deutschen Modulhersteller, die ja auch durch asiatische Konkurrenz stark unter Druck geraten sind!"
Auf seiner Nummer 1-Position sollte sich der Konzern laut Welter jedenfalls nicht ausruhen. Zwar sei SMA Weltmarktführer, der Weltmarkt finde aber zur Hälfte in Deutschland statt. "Jetzt ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz ja gerade erst novelliert worden und in den nächsten knapp anderthalb Jahren werden die Einspeisevergütungen um etwa 30 Prozent sinken. SMA hat gerade angekündigt binnen der nächsten 5 Jahre ihre Kostenbasis um 50 Prozent senken zu wollen. Das klingt erst mal toll, sind aber nur 10 Prozentpunkte pro Jahr", so Welter.
Wie eine Analyse von »PHOTON - Das Solarstrom-Magazin« zeigt, gibt der Weltmarktführer SMA Solar Technology AG rund doppelt soviel Geld für die Bauteile seiner Geräte aus wie der kaum bekannte koreanische Hersteller Dasstech Co. Ltd. Besonders bedrohlich: Die Koreaner produzieren nicht deshalb so kostengünstig, weil sie vorhandene Konzepte kopieren, sondern weil sie im Gegenteil viel Aufwand in die Entwicklungsarbeit investieren. Das berichtet »PHOTON« in seiner Septemberausgabe.
Die Experten des PHOTON-Labors haben für sämtliche 338 Bauteile eines Dasstech-Wechselrichters vom Typ Soleaf DSP-123KH die Einkaufspreise ermittelt. Dabei griffen sie auf Listenpreise für kleine Bauteil-Stückzahlen zurück. Demnach steckt in dem vergleichsweise kleinen Wechselrichter mit 3,3 Kilowatt Nennleistung Material für 172 Euro, entsprechend 5,2 Cent je Watt. Das ist nicht einmal die Hälfte dessen, was der Weltmarktführer SMA Solar Technology AG aus dem hessischen Niestetal an durchschnittlichen Materialkosten pro Watt in seiner Halbjahresbilanz ausweist.
Wie es um die Qualität der koreanischen Wechselrichter bestellt ist und wie Philippe Welter den Margendruck bei Q-Cells und Solarworld einschätzt, erfahren Sie im DAF-Interview.
Redakteur: Sebastian Schick
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