Übernahmepoker um Tognum - Höherer Preis gerechtfertigt
Immer wieder machte Tognum in dieser Woche von sich reden. Der Motorenhersteller ist ins Visier von Daimler und Rolls-Royce geraten. Außerdem gab es gestern die Zahlen fürs vergangene Jahr. Wie die Bilanz ausgefallen ist und wie es vor allem in Sachen Übernahme und Angebotspreis aussieht, weiß Zafer Rüzgar von Independet Research.
Nach dem Krisenjahr 2099 nahm das Geschäft von Tognum im letzten Jahr wieder an Fahrt auf. Das operative Ergebnis stieg um 22% auf 242 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 1,4 Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro zu. "Aus unserer Sicht sind die Zahlen solide. Besonders zu erwähnen sind die Anhebung der Dividende und die reduzierte Nettoverschuldung", sagt Zafer Rüzgar. Der positive Trend soll bei dem Motorenbauer anhalten. Für das laufende peilt man eine Umsatzverbesserung von mindestens 10 Prozent und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 10 Prozent an. Die guten Aussichten haben Daimler und Rolls-Royce auf den Plan gerufen. Die beiden Konzerne haben Mitte der Woche ein gemeinsames Übernahmeangebot vorgelegt. "Tognum hat eine Motorenexpertise, die vor allem gut ins Nutzfahrzeuggeschäft von Daimler integriert werden könnte. Außerdem würde der Autobauer so einen Zugriff durch die Konkurrenz verhindern. Tognum ist ja bereits ein wichtiger Kunde von Daimler", so der Analyst weiter. Das Management von Tognum begrüßt die Übernahmepläne zwar, pokert allerdings noch um einen höheren Preis. Bislang ist die Rede von 24 Euro je Aktie. "Die positiven Aussichten und die gute Marktstellung von Tognum rechtfertigen einen höheren Preis. Unserer Ansicht nach wären 27 Euro angemessen", sagt Zafer Rüzgar. Bleibt abzuwarten, wie die drei am Ende verbleiben.
Redakteur: Sandra Heinze
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