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Deutsche Bank Realtime Indikationen
09.02.2011 10:41

Weizenpreis steigt in die Höhe

Der Rohstoffmarkt ist nach wie vor massiv unterbewertet, trotz steigender Preise. Besonders massiv fällt die Unterbewertung bei den Agrarrohstoffen aus. Spekulanten haben diese Unterbewertung erkannt und sind dabei diese Preisschieflage abzubauen. Dieser Ansicht ist der Agraranalyst Johann Schmalhofer.

Die Rohstoffpreise kennen derzeit eigentlich nur eine Richtung - nach oben. Die Preisexplosion entwickelt sich zu einer Gefahr für den Aufschwung -boomende Industrieländer reißen sich um Aluminium, Baumwolle oder Getreide. Das treibt die Preise noch weiter nach oben und lockt Investoren und Spekulanten an, die auf eine weitere Verknappung und abermals steigende Preise setzen. Besonders bedrohlich ist der Preisanstieg bei Agrarrohstoffen. Vor allem Zucker, Getreide sowie Öle und Fette verteuerten sich seit Mitte vergangenen Jahres drastisch. Auch Fleisch kostete so viel wie nie zuvor. Erinnerungen an die Hungerkrise 2008 werden wach, als explodierende Rohstoffpreise katastrophale Folgen in Entwicklungsländern hatten. Allein der Weizenpreis legte 2010 im Jahresverlauf um 72 Prozent zu. Auch die deutsche Ernährungsindustrie hat höhere Lebensmittelpreise angekündigt. Nach Angaben der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) verteuerten sich Agrarrohstoffe seit Mai 2010 um 40 Prozent. Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, sagte kürzlich: "Die Zeiten, als Milch, Butter, Eier oder Fleisch eine Inflationsbremse waren, sind vorüber, auch die Zeit der extremen Niedrigpreise beim Discounter. "Im vergangenen Dezember erhöhte sich der Index des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) für alle Rohstoffpreise im Vergleich zum Vormonat um 9,4 Prozent. Damit erreichte der Preisindex den höchsten Stand des vergangenen Jahres, blieb aber noch unter seinen Rekordwerten vom Sommer 2008. Im Verlauf des Jahres 2010 legten die Preise um knapp 31 Prozent zu. Metalle wie Zink, Kupfer und Blei verteuerten sich sogar um mehr als 41 Prozent. Ähnlich beim Gold: Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs gehen davon aus, dass der Preis für die Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bis zur Jahresmitte 2011 auf 1.565 Dollar steigen wird. Ende 2011 erwarten sie sogar Preise knapp unter 1.700 Dollar. Zum Vergleich: Zuletzt kostete die Feinunze um die 1.330 Dollar. Auch der Ölpreis steigt seit längerem -der Preis für Nordsee-Rohöl liegt derzeit knapp über der 100-Dollar-Marke. Die Rohstoffpreise werden auch von dem Geld getrieben, dass die Zentralbanken weltweit in den Finanzsektor gepumpt hätten, sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton Börner: "Die professionellen Investoren legen viel Geld in Rohstoffen an, weil es an Alternativen fehlt. Das schmeißt noch einmal richtig den Turbo an, und diese Entwicklung wird 2011 ungebremst weitergehen. Das sieht man besonders gut beim Öl.

Redakteur: Nathalie Lober

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